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IT auf Wolke 7

Cloud Computing ist ein Mega-Trend. Doch was bedeutet dieser Begriff eigentlich? Die einen verstehen unter Cloud Computing im Internet gehostete Miet-IT-Services, für andere steht der Begriff für zentrale Serverfarmen und Rechenzentren. Wieder andere sind der Meinung, es handle sich dabei um Plattformen für die Entwicklung und Ausführung hoch skalierbarer Anwendungen. Cloud ist all dies – und noch einiges mehr.

Nutzen statt Technologie

Beim Cloud Computing steht der Servicegedanke im Vordergrund. Der Endanwender kauft nicht Technologie, sondern nur ihren Nutzen. IT-Infrastrukturen wie Datenspeicher, Betriebssysteme, Anwendungen oder Entwicklungsumgebungen werden nicht mehr auf Servern im Unternehmen installiert, sondern übers Internet als Services bezogen (Software as a Service, SaaS). Solche Services aus der Cloud können ortsunabhängig auf unterschiedlichsten Endgeräten genutzt werden, sie sind hoch skalierbar – bei Bedarf kauft man einfach zusätzliche Kapazität aus der Wolke – und können nutzungsabhängig verrechnet werden. Vergleichbar mit dem Autoleasing findet beim Cloud Computing eine Verlagerung von den Investitions- zu den Betriebskosten statt. Cloud Computing eröffnet sowohl auf der Anwender wie auch auf der Anbieterseite interessante neue Perspektiven und wird die IT-Landschaft in den nächsten Jahren nachhaltig verändern.

Eine Vielzahl von Software-as-a-Service-Angeboten

Cloud Computing ist überall dort eine interessante Option, wo es um «IT ab der Stange» geht. Entsprechend steht Endanwendern heute bereits eine Vielzahl von SaaS-Angeboten für Standard-IT-Dienste zur Verfügung. Beispiele sind

  • Datensicherung (Mount10, Wuala)
  • Office-Applikationen (Google, Microsoft)
  • CRM (salesforce.com)
  • E-Mail-Services (Exchange, G-Mail, GMX)
  • Collaboration (Sharepoint, Livemeeting, WebEx)
  • Communication (VirtualPBX, e-fon, cyberlink, Skype, Microsoft Lync)
  • Security (MessageLabs, Cisco, Symantec 360)

Während einige dieser Angebote sehr grosse Verbreitung im Privatbereich gefunden haben, sind Unternehmen zurückhaltender in Sachen Cloud Computing. Die wichtigsten Bedenken betreffen die Datensicherheit und die Verfügbarkeit der Dienste. Cloud Computing wirft auch neue rechtliche Fragen auf: Welche Gerichtsbarkeit gilt, wenn Daten auf Servern in mehreren Ländern gespeichert sind? Auch scheuen viele Unternehmen vor Abhängigkeiten zurück, die sich aus der kompletten Auslagerung ihrer IT-Infrastruktur an einen Drittanbieter ergeben. Fakt ist jedoch: Etliche der heute noch bestehenden Hindernisse und Fragen werden durch die fortschreitenden technologischen Entwicklungen und die vermehrte Ausrichtung der IT-Anbieter auf eine serviceorientierte IT-Landschaft an Gewicht verlieren.

Die Anbieter richten sich in der Wolke ein

IT-Firmen eröffnen sich durch das Cloud Computing interessante neue Geschäftsfelder. Cloud-Angebote sind auf den Ebenen Infrastruktur, Plattform und Anwendung (s. Grafik) möglich. Auf der Ebene Infrastruktur können hoch skalierbare virtuelle Server als Infrastructure as a Service (IaaS) vermietet werden. Der Kunde kann darauf selber seine Anwendungen installieren, ist jedoch selbst für die Administration der Infrastruktur verantwortlich.

Anders beim Prinzip Platform as a Service (PaaS): Hier werden Hardware und Software als Service angeboten und vom Anbieter administriert. Auf der Plattform können Software-as-a-Service-Lösungen entwickelt und betrieben bzw. mit traditionellen Software-Anwendungen integriert werden. Ein typisches PaaS-Angebot ist die CRM-Cloud-Lösung force.com . Die oberste Stufe bilden die bereits erwähnten Software as-a-Service-Angebote, also die Bereitstellung von Software über das Internet, für die der Endanwender nutzenabhängig bezahlt. Die Bedienung der Software erfolgt über den Webbrowser oder spezielle Thinclients.

3 Cloud-Typen:

Private Cloud

  • Nur einer geschlossenen Gruppe zugänglich

Public Cloud

  • Allen zugänglich

Hybrid Cloud

  • Mischform zwischen Private Cloud und Public Cloud
  • Häufig als Backup oder Ressourcenerweiterung eingesetzt

Leistungsfähige Produkte für alle Ebenen

Für die Infrastruktur-Ebene sind es leistungsfähige Server, die durch unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) abgesichert und auf denen mithilfe Virtualisierung mehrere virtuelle Server installiert werden können, um Platz und Strom im Rechenzentrum zu sparen. Die riesigen Datenmengen finden Platz auf Storage-Lösungen, während für die Vernetzung des Rechenzentrums spezielle Datacenter Switches zum Einsatz kommen. Für die Desktopvirtualisierung stehen Produkte von Microsoft oder VMware zur Verfügung, auf die der Endanwender über Thinclients, ZeroClients oder schlicht via Webbrowser auf einem beliebigen System zugreifen kann.

Auf der SaaS-Ebene kann grundsätzlich jede Software angeboten werden, sofern diese multiuser-tauglich, mandantenfähig und lizenzrechtlich verwendbar ist – ein Exchange Server oder eine ganze Office Suite genauso wie Buchhaltungs-, CRM- oder ERP-Lösungen. Eine andere Möglichkeit für den Händler besteht darin, Services direkt vom Anbieter zu beziehen und diese seinen Kunden als Reseller anzubieten – Beispiele dafür sind die Microsoft Business Productivity Online Suite und gewisse Angebote von Amazon.

Cloud Computing wird die IT-Landschaft verändern

Cloud Computing wird die Art und Weise, wie IT-Dienste entwickelt, vertrieben, genutzt und verwaltet werden, grundsätzlich verändern. In Zukunft werden noch mehr Anwendungen für Unternehmen wie für Private nach dem Pay-per-Use-Prinzip als Services angeboten werden. Private und hybride Clouds werden eine immer wichtigere Rolle spielen, da durch diese Architekturen die zurzeit grössten Hindernisse für die Geschäftswelt – Sicherheit und Verfügbarkeit – weitgehend beseitigen werden können.

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Quelle: Also Schweiz AG – www.also.ch